Planarien - Fleischfressende Würmer

Planarien

Planaria gehören zur Gruppe der Plathelminthes (Plattwürmer) und sind meist ungebetene und dazu hartnäckige Aquarienbewohner. Oft werden sie durch neue Pflanzen oder Besatz eingeschleppt.

Planaria sind hervorragend an ihren aquatischen Lebensraum angepasst. Sie kommen sowohl marin als auch im Süßwasser vor. Dabei trifft man sie genauso in Seen und Tümpeln wie auch in Strömen und Flüßchen an.

Planaria sind freilebend beweglich und besitzen einen abgeflachten Körper. Der Kopf ist charakteristisch dreieckig geformt.

Die meisten Arten ernähren sich räuberisch-parasitär. Neben Schnecken-und Fischlaich wird auch Fischbrut angegangen. Der Befall von Garnelen wurde bisher nicht direkt beobachtet, kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, da in planaria-befallenen Becken oftmals kein Garnelennachwuchs verzeichnet werden kann. Absolut schädlich sind Planaria für Schnecken. Dabei werden Apfelschnecken bevorzugt. Bei starkem Befall sind in den Gehäusewindungen der Tiere oft dutzende Planaria zu finden. Auch im Eingeweidesack der Schnecken sitzen sie und schwächen ihr Opfer zusehends. Oftmals wird der Schneckenfuß stark in Mitleidenschaft gezogen. Eine stark befallene Apfelschnecke hat kaum Überlebenschancen. Sie zieht sich in ihr Haus zurück, stellt die Nahrungsaufnahme ein und stirbt meist innerhalb weniger Tage. Befallene Schnecken sollten NIEMALS in andere Becken überführt werden, selbst dann nicht, wenn sie durch Reinigung scheinbar planariafrei sind. Im Gehäuse der Schnecke können sich immernoch Jungtiere oder Gelege von Planarien befinden! Eine stark befallene Schnecke sollte man durch Einfrieren erlösen.

Planaria sind Zwitter und pflanzen sich geschlechtlich fort. Ihre Nachkommenzahl ist enorm. Sitzen sie nicht direkt auf ihren Opfern (z.B. Schnecken), dann sind sie oft in großer Zahl an Pflanzen oder im Bodengrund zu finden. Planaria sind nachtaktiv. Erst mit der Dämmerung verlassen sie ihre Verstecke und begeben sich auf Nahrungssuche.
Zur Schadensbegrenzung kann man sich die räuberische Lebensweise der Tiere zunutze machen, indem man ein Stückchen Schweinefleisch in ein Plastikröhrchen gibt und dieses nach Lichtanschaltung am Boden des Aquariums plaziert. Nach einigen Stunden kann man das Röhrchen mit einer Vielzahl Planaria darin aus dem Becken nehmen. (Bitte nicht zuviel Fleisch und nicht zu lange drin lassen!!). Ganz ausrotten kann man die Tiere damit jedoch nicht. Auch chemische Keulen (Flubenol etc.) helfen nicht dauerhaft, zumal sie eine negative Wirkung auf die sonstigen Aquarienbewohner haben können. Dauerhaft hilft nur eines: ALLE Pflanzen und Bodengrund entsorgen, Becken und Einrichtungsgegenstände mit Essigessenz auswaschen/einlegen. Ohne eine komplette Neueinrichtung des Beckens ist es sehr wahrscheinlich, dass man sich die Tiere wieder einschleppt. Neue Pflanzen sollten aus planarienfreien Becken stammen oder emers (über Wasser) gezüchtet sein. Schnecken dürfen aus dem alten Becken nicht überführt werden, Fische und Garnelen in Quarantänebecken setzen und erst nach 1 Woche umsiedeln!. Nur so kann man sichergehen, dass man sich keine neuen Planaria einschleppt.

   

Reich: Tiere (Animalia)
Unterreich: Vielzeller (Metazoa)
Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
Unterabteilung: Bilateria
Stammgruppe: Urmünder (Protostomia)
Überstamm: Plattwurmartige (Platyzoa)
Stamm: Plattwürmer (Plathelminthes)
Art: Planaria spec.

 



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